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"Herausforderung für Medienmacher"

Interview mit Michael Loeb

2009 war ein schwieriges Werbejahr.
Neben der allgemeinen Wirtschaftskrise setzen auch Online-Medien den klassischen Werbeträgern zu.
Wie regiert die WDR mediagroup darauf – und welche Schwerpunkte wollen Sie 2010 setzen?

Michael Loeb; Rechte: Foto: WDR mediagroup

Michael Loeb: Die klassischen Werbeträger Fernsehen und Radio bewegen sich weiter auf hohem Niveau.
Parallel wandern insbesondere junge Nutzer ins Internet ab. Das ist natürlich eine Herausforderung für alle Medienmacher. Gerade der Online-Bereich mit seiner riesigen Bandbreite an unterschiedlichen Angeboten braucht starke Medienmarken. Wer hier relevant sein will, der muss Qualitätsinhalte bieten.
Wie das geht, kann man zum Beispiel bei sportschau.de und wdrshop.de sehen.
Wie schon bei Events für den WDR oder mit dem „Maus&Co.“-Laden sorgen wir auch online für den Transfer: Starke Programm-Marken des WDR verlängern wir auf alle Plattformen.

Was war für Sie der wichtigste Medientrend in diesem Jahr?
Und was kommt 2010?

Michael Loeb: 2009 hat „Social Media“ fast explosionsartige Zuwächse verzeichnen können. „twitter“, „Facebook“ und Co. verlangen Nutzer, die sich stark selbst einbringen. 2010 werden sich viele von ihnen weiter entwickeln – weg von reinen Konsumenten hin zu Gestaltern. Die „Social Media“-Angebote werden sich konsolidieren.
Und die Medienhäuser müssen sich jetzt darauf einstellen.

2010 wird u. a. mit der Fußball-WM in Südafrika ein großes Sportjahr.
Rechnen Sie mit einem neuen „Sommermärchen“?

Michael Loeb: Die WM im eigenen Land war einmalig. Das wird jeder bestätigen, der sie erlebt hat. Den besonderen Spirit konnte unsere Dokumentation „Deutschland. Ein Sommermärchen“, die zum Megaseller wurde, einfangen. Von Großereignissen wie den Olympischen Winterspielen in Vancouver und der WM in Südafrika geht eine enorme Strahlkraft aus. Ihre Dynamik verleiht auch dem Werbemarkt frischen Schwung. Sport begeistert die Zuschauer und Hörer, er packt und involviert das Publikum.
Von diesem Effekt profitieren Werbungtreibende. Top-Reichweiten finden sie bei uns: Die ARD mit dem WDR wird Sportsender Nummer eins sein.
Ich freue mich sehr auf das Sportjahr.

Was sind Ihre drei Wünsche für das neue Jahr?

Michael Loeb: Zunächst wünsche ich uns einen Vorabend im Ersten, der sich erholt und mit neuem Format für Stabilität sorgt. Eigenproduktionen, die wir im Lizenzbereich entwickeln – wie beispielsweise unsere Kinderbekleidungskollektion mit dem „kleinen Eisbär“ – sollen bei den Kindern gut ankommen.
Last but not least: Wir wollen weiterhin unsere Visionen und Ziele verwirklichen können: die Qualitätsprogramme des WDR immer und überall erlebbar zu machen.

Die Fragen stellte Marc Meissner.

Michael Loeb ist seit 2008 Geschäftsführer der WDR mediagroup GmbH.

WDRmg